Was
kostet 1 Bier oder ...
wer gewann das Rennen vom Bellevarde ?!
Unser Stammtermin (letzte Woche vor den französischen
Ferien) ist dieses Jahr schon mehrheitlich in den Jänner gerutscht. Trotzdem
waren wieder etliche "alte Hasen" mit von der Partie samt einigen
"Rookies".
Da der Bus nicht voll war, ging es auf der Anfahrt sehr gemütlich
zu, auch wenn es diesmal kein Freibier gab. Die Fahrt mit dem Tieber-Schlafbus
verlief gewohnt ruhig. Der obligatorische Stopp auf der letzten Raststätte
in Italien (vor der Grenze beim Frejus-Tunnel) wurde wieder zum Rückbau
in einen Sitzbus genutzt. Der - wie immer ausgezeichgnete - Cappuccino konnte
diesmal bereits in Euro bezahlt werden. Bereits um 11 Uhr waren wir beim Super
U in Bourg St.Maurice und nahmen uns fast 2 Stunden Zeit zum Einkaufen.
Trotz vielen überfüllten Einkaufswagerln konnte alles locker im Bus
verstaut werden. Auch einige Rotweinflaschen wurden gesichtet. Die Rechnung
von Martin, Luigi und Nofi (256 €) war übrigens für 3 Personen
wesentlich höher als manche 5-Personen-Rechnung. Luigi war regelrecht in
einem Kaufrausch, vor allem was den Käse betraf. Aber auch Putenfleisch,
Zutaten für ein kräftiges Chili sowie Lachs-Steaks standen diesmal
auf dem Einkaufszettel.
Bei der Auffahrt ins Skigebiet wurden die teilweise schlimmen Befürchtungen bezüglich Schneelage nicht bestätigt. Die Skiabfahrt zum tiefsten Punkt in Tignes Les Brevieres (1.550m) präsentierte sich in einem überraschend guten Zustand. Glücklicherweise hatte es 2 Tage vor unserer Ankunft noch geschneit, der letzte Schneefall datierte nämlich noch von der Weihnachtszeit her.
Wie geplant waren wir um 14 Uhr in Tignes Val Claret. Diese Zeit erweist sich immer wieder als die "ruhigste" am Samstag. So konnten wir mit dem Bus wieder direkt bis zum Office du Tourisme vorfahren. Entsprechend schnell war das Gepäck bis zum Quartier transportiert. Nach nur 30-minütiger Wartezeit konnten die Appartements bezogen werden.
Mit Interesse blickten wir hinübler zum "Wobbly", unserem Stammbeisl. Nach dem vorjährigen Wechsel präsentierte es sich auch heuer -wenig überraschend - mit neuem Namen ("Jeremys Pub") und neuen Pächtern. Der Einfachheit wird in diesem Bericht weiterhin die Bezeichnung "Wobbly" verwendet. Nofi erkundigte sich sogleich nach den Modalitäten der Happy Hour: 16:00 bis 17:30 Uhr und doppelte Getränke, zusätzlich für unsere Gruppe noch minus 20% in der restlichen Zeit. Doch wie wir später feststellen konnten, sollte es noch tägliche Änderungen geben....
Der "Meteo" (Wettterbericht) kündigte Schneefall für den Sonntag an mit anschließender Schönwetterperiode - genausso, wie wir es gebucht hatten. Gierig nach dem Schnee stürzten sich alle am 1. Skitag auf die Bretter. Doch leider wurde es am Nachmittag wärmer und der Schneefall ging in Regen über. Nach Absinken der Temperaturen über Nacht, empfing uns am nächsten Tag zwar Traumwetter, jedoch auch ein tückischer Harschdeckel abseits der Pisten. Trotzdem machten sich etliche Teilnehmer auf die Suche nach schönen Abstechern ins Gelände Und siehe da, man wurde auch fündig! Manche N- und O-Hänge boten ausgezeichnete Bedingungen. Obwohl es sich vorwiegend um reichlich Triebschnee handelte, war durch die herrschenden Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht die Schneedecke relativ stabil (allgem. Lawinenstufe 3, ab Dienstag 2).
Zum "Lieblingsberg" von Niko, Luigi, Martin und Nofi mauserte sich der Aiguille du Chardonnet (Führer S.193). Einige Rinnen im oberen Teil mit mehr oder weniger einfachem Zustieg und ein weiter Kessel zu den kleinen "Lacs du Chardonnet" hin boten etliche Möglichkeiten. Überraschend gute Verhältniise auch auf der Sache oder im Grand Vallon. Andere Klassiker wiederum (Le Coloir de la Petit Balme, La Spatule) konnten gar nicht befahren werden. Kurioses ereignete sich auf der Abfahrt vom Crete de l'Arselle (= Kurzvariante von Cugnai, Führer S.100). Nofi wollte eine südlichere, weil noch unbefahrene Variante testen und lockte auch Niko, Luigi und Martin dorthin. Doch schon auf den ersten Turns in einer mit viel Schnee gefüllten Mulde tauchte er mit einem lauten Kracher in den Schnee ein. Alle dachten an einen Crash mit einem Felsen. Doch nach einigen Mühen, bis wieder "alles" ausgegraben war, stellte sich heraus, dass das Snowboard samt Holzkern - ohne Fremdeinwirkung - komplett abgebrochen war. Ohne funktionierendes Sportgerät an den Beinen war der Weg zurück entsprechend schwierig. Sowohl Martin mit seinem großen Geländesnowboard (nun als Tandemsurfer) als auch Niko mit seinen Skiern boten Unterstützung. Nach ca. 1 1/2 Stunden war es geschafft und Nofi konnte in Val d'Isere in den Bus nach Tignes (Preis. 6 €) einsteigen. Rechtzeitig zur Happy Hour traf er auch dort ein!
Eine andere Begebenheit trug sich auf
dem berühmten Bellevarde zu:
Auf der OK, der Originalskirennstrecke der Herren-Weltcuprennen im Dezember
fanden sich die Hartberger-Truppe und Herwig, unser agiler Busfahrer ein. Die
Idee war geboren, diese Strecke ebenfalls einmal im Renntempo zu bezwingen,
was sogleich in die Tat umgesetzt wurde. Herwig setzte sich gleich zu Beginn
ab, Toni war ihm aber immer auf den Fersen. Hartl und Rudi waren im Mittelfeld
und Sepp bildete das Schlusslicht. Doch Rudi nahm eine falsche Abzweigung und
wurde disqualifiziert. Toni wollte doch noch Jagd auf Herwig machen, ging jedoch
ein zu großes Risiko und schlitterte knapp vor dem Zieltransparent noch
von der Piste. So konnte der Hartl noch den 2.Platz herausfahren und auch der
Sepp sich noch auf dem Stockerl platzieren. Natürlich wurde dieser Event
am Abend im Wobbly begossen. In einer anderen Wertung konnte übrigens Herwig
von den Hartbergern bezwungen werden. Am Sonntag wurden einige der Pubs in Tignes
"besichtigt". Um 1:30 Uhr konnte Herwig in die Knie gezwungen werden,
was man an seinem Gangverhalten beim Nach-Hause-Weg durchaus ablesen konnte.
Im Vorjahr mußte sich übrigens Peter, sein Chef von Tieber Reisen,
genau "an der gleichen Stelle" geschlagen geben ...
Kulinarisch war es auch nicht fad. So sollten im Appartement
601 (Georg, Irene, Peter und Michi, der übrigens als Rookie täglich
im Wobbly zu sehen war) Marillenknödel produziert werden. Aufgrund von
kleinen Unklarheiten erschien Irene im App. 601 um sich im Pfarrersköchinnen-Kochbuch
von Nofi einige Tipps zu holen. Schließlich mußte jedoch ein Anruf
bei Mutter herhalten, um auch das gewünsche Ergebnis zu erzielen. Trotz
kräftiger Anstrengung von Georg (Irenes Bruder) konnten 4 Prachtstücke
nicht mehr verzehrt werden. So kam auch 601 noch zu einer würdigen Nachtspeise.
Apropos Nachspeise: Barbara, unsere frankreicherfahrene Teilnehmerin
aus Wien erfreute uns mit einer Tiramisu-Kreation der besonderen Art: Nicht
nur Baguettes, auch Rotwein waren unter den Zutaten. Gemundet hats jedoch allen
Testern. Und auch auf einem anderen Gebiet erwies sie sich als Meisterin der
Improvisation (Insider wissen, dass sie manches scheinbar Improvisiertes ihrem
Palm entlockt). Luigi bekam den Auftrag, Esiwürfel zu zerkleinern. Nach
kurzer Nachdenkpause holte er seine Lawinenschaufel aus dem Rucksack und drosch
heftig auf die in einem Geschirrtuch eingewickelten Eiswürfel ein. Nachdem
sich die Ohren von Martin und Nofi wieder erholt hatten, konnte eine köstliche
Pina Colada verkostet werden ...
Wie schon oben erwähnt, sorgten die Preise im Wobbly
zur Happy Hour noch für etwas Verwirrung. Am Sonntag hatten wir doppelte
Getränke erwartet. Doch für den ermäßigten Preis von 4
€ bekamen wir gerade 1 Krügerl. Nach einiger Unklarheit bekamen wir
dann anschließend ein Gratisglas Bier.
Am Montag kostete das Bier plötzlich 6 €, machte bei minus 20% also
4,80 €. Luigi mußte allerdings 7€ berappen, während Nofi
den "Discountpreis" von 3 € bezahlte. Am Dienstag schließlich
dann eine neue Überraschung: Gleich beim Betreten des Lokals bekamen wir
ein Gratisbier serviert. Das löste natürlich Freude aus, die weiteren
Preise normalisierten sich dann wieder auf die ermäßigten 4 €
für ein Krügerl. Damit zeigten sich sowohl die Pächter als auch
wir Österreicher einverstanden. So wurde dieser Modus auch für den
Rest der Woche beibehalten. Die Hartberger schafften es sogar, durch überdurchschnittlichen
Konsum auch noch zu späterer Stunde Gratisrunden herauszulocken.
Am Donnerstag war die Fackelabfahrt mit franz. kulinarischen Spezialitäten geplant. Da diese jedoch restlos ausgebucht war, wurde kurzerhand ein Tisch in der Pizzeria 2000 reserviert. Was sich zu einem netten Abend mit gutem Essen zu vetretebaren Preisen entwickelte. Markus, Sigrid, Gotthard, Vera, Niko, Michi und Nofi zogen anschließend noch weiter in die Mover-Bar. Dort gab es ziemlich ausgelassene Stimmung, wozu größere Gruppen aus Belgien und Dänemark beitrugen. Luigi und Martin wollten sich diese Stimmung ebenfalls nicht entgehen lassen, wählten dazu allerdings den Tag vor der Abreise. Nur sollte das App. der beiden auch als Gepäckdepot am Samstag herhalten, wozu es um 09:00 Uhr sauber sein sollte. Dies ging sich jedoch nun aufgrund der "begrenzten Einsatzfähigkeit" der beiden nicht ganz aus. Nur durch die "Unpünktlichkeit" der anderen Teilnehmer konnte dieser Vorfall vertuscht werden.
Heftige Diskussionen löste übrigens der Vorschlag
von Luigi aus, das Liftpersonal
abzulichten und im Web zu veröffentlichen. So war es gar nicht so leicht
- bei den zahlreichen Liften - sich auf ein von allen akzeptiertes Modell zu
einigen. Dazu mußte die Dame ja auch noch ihre Zustimmung geben.
Niko wiederum machte sich Sorgen um die Quote bei den zukünftigen Frankreichreisen
("... wennst noch weiter welche fotografierst und ins Web stellst, fahren
ja nur mehr noch Jungs mit!") Sogleich begab er sich auf die Suche
nach männlichem (fotogenem) Liftpersonal, konnte aber keine geeigneten
Vorschläge für Fotos machen....
Dem An- und Abreisetrubel am Samstag entgingen wir wieder durch einen zusätzlichen Skitag. Prächtiges Schönwetter verwöhnte uns und ließ die Gesichter noch bräuner werden, als sie ohnedies schon waren. Komplimente von M. Loi, der Chefin vom Quartier, an unsere Gruppe ließen uns gut gelaunt in Richtung Super U abreisen. Dort wurden nochmals ordentlich Vorräte gesammelt. Schließlich wollen auch die Zu-Hause-Gebliebenen französischen Rotwein und Käse verkosten.
Nicht zu Beneiden war Herwig auf der Heimfahrt. Zuerst vor dem Frejus-Tunnel durch einen Riesen-LKW-Stau eine Stunde aufgehalten, mußte er sich in Italien durch dichtesten Nebel den Weg suchen. Als ob dies nicht schon genug wäre, zwang ihn dann noch eine 20km lange Umleitung von der Autobahn herunter. Zum Glück kam ihm Hans, seine Ablöse, mit dem Zug bis Venedig entgegen und brachte uns sicher nach Graz zurück. Dort trafen wir um 09:05 Uhr gesund und unverletzt beim Hauptbahnhof ein, womit das Ende einer neuerlich sehr schönen Woche besiegelt war.
Mittlerweile sind auch die ersten Fotos verfügbar und wurden auf unserer Homepage veröffentlicht!
Auch das Testergebnis der Rotweine wollen wir Euch nicht vorenthalten (in Kütze hier abrufbar!).