Eine außergewöhnliche Skiwoche ist zu Ende. Falls jemand glaubte, es gibt keine harten Winter mehr, so war er nicht mit uns in Frankreich. 4 Tage Schneefall gemischt mit Temperaturen zwischen -10° und -20°C, da musste man schon einige Schichten anlegen, um auch an diesen Tagen den richtigen Spaß zu haben. Doch Tag 1 und 6, teilweise auch Tag 7 erfreuten uns mit strahlendem Sonnenschein und Pulverschnee (was aber nicht heißt, dass es deswegen wärmer gewesen wäre).
Doch alles der Reihe nach:
Mit 2 locker besetzten Tieber-Bussen ging es ab Graz, der 1.Bus war der Schlafbus (Fahrer Herwig), der 2.Bus ein Komfortbus mit erweitertem Sitzabstand (Fahrer Peter, der Chef). Einen kleinen Zwischenfall gab es in Klagenfurt, wo Manfred („Zinthi“) abgeholt wurde. Mit einem lauten Knall verabschiedete sich einer der hinteren Zwillingsreifen. Doch kein Problem für Tieber-Busfahrer, in Windeseile war ein neuer Pneu aufgezogen.
Für die Nachtfahrt besetzten (oder besser belegten) wir den Schlafbus voll,
sodass auch im 2.Bus (fast) jeder auf einer eigenen Sitzbank lümmeln konnte.
Nach dem obligaten Frühstücksstopp bei der Frejus-Raststätte (vor der ital.-franz.
Grenze) war höchste Zeit für die Zimmereinteilung. Es gab diesmal einen überraschend
großen Bedarf an 4er Appartements; mit etwas Tricksen war dann auch ein abgestimmtes
und harmonisches Befüllen der 5er Appartements gegeben.
Samstag um 17 Uhr wurde sogleich eine Piepsübung
angesetzt, die auch von etlichen Teilnehmern trotz sehr kaltem Wetter genutzt
wurde. So konnten auch einige ihre nagelneuen oder ausgeborgten LVS-Geräte kennen
lernen, alte Batterien auswechseln oder überhaupt erst welche einsetzen.
Strahlender Sonnenschein empfing uns am 1.Skitag, kein Wunder, dass alle die Gier packte und direkt von der Skipassausgabe zu den Liften strömten. Und viele Hänge waren an diesem Tag zu verspuren, da der frische Neuschnee von den wenigen Skifahrern am Samstag nicht überall zerpflügt werden konnte. So machten wir an diesem 1 Tag schon mehr Höhenmeter in unverspurtem Gelände als sonst in einem ganzen Winter in Österreich.
Etwas ungewohnt waren die Temperaturen für uns. Es war so richtig Winter. die Quecksilbersäule zog sich konsequent in den 2-stelligen Minusbereich zurück. Dies wirkte sich allerdings auch auf das Innenleben in den Appartements aus. Die Isolierung lässt schon etwas zu wünschen übrig, so wurden auch Manche mit Haube in den Appartements gesichtet.
Schlussendlich war es soweit, es war Sonntag, 09:00 Uhr, alle Skipässe waren ausgeteilt und der Wolkenhimmel riss auf. Leicht stressige Stimmung kam auf, jeder wollte so schnell als möglich ins Gelände. Und es wurde ein Super-Tag: sehr gute Schneequalität, noch viele unverspurte Hänge (es gab ein wenig Neuschnee in der Nacht) und sehr wenige Leute unterwegs. Das Wetter blieb uns hold, trotz mancher Nebelschwaden. Zitat Ingo: „Wir fuhren gigantische Hänge!“ Vor allem in der "Sache" war der Schnee sensationell. Es gab praktisch keine Einschränkungen von der Fahrbarkeit, so gab es dann am Abend im Wobbly einiges zu erzählen. Eifrig wurde auch über die Schließungszeiten der strategisch wichtigen Lifte diskutiert (Bellevard Express 16:45 Uhr; Borsat Express 16:30 Uhr und Tommeuses - neu gebaut mit kuppelbarem 8er incl. Förderband- 16:45 Uhr). Einzig Karim setzte sich über die festgesetzten Öffnungszeiten hinweg und trudelte erst um 19 Uhr im Wobbly ein und keiner wusste, woher er kam.
Auch aus den Appartements wurde einiges gemeldet, so gab es z.B. im Appartement 606 einen ungeplant hohen Verbrauch an WC-Papier, woran das lag? Das kann wohl nur Gotthard beantworten.
Wie es ist, wenn reichlich Schnee fällt, konnten wir am Montag in Erfahrung
bringen. In der Früh noch als normaler Schlechtwettertag angesehen, entpuppte
sich unser 2.Skitag als einmaliges Erlebnis. Es schneite so stark, dass selbst
kürzeste Wege als Schneemann endeten. So schlecht es auch in der Früh ausschaute,
so entwickelte sich der Tag trotzdem als ein „geiler“.
App. 601 (Strömer etc.), vergnügte sich in „La Daille“ und auf der „Solaise“.
Dort hatten die Hardcore-Snowboarder Manfred („da Dokta“) und Luigi („Al“) mitsamt
Babsi einen lasziven Hang ausgekundschaftet. Auch nach dem 10.Mal erklangen
die Jubelschreie, vor allem auch als App. 601 sich anschloss. Kleine Schwierigkeiten
gab es auf der Heimfahrt: der starke Wind stoppte „Tommeuses“ und „Borsat“,
so wurden wir schon in Val d'Isere von den netten Liftmädels aufmerksam gemacht,
dass wir nach Tignes den Bus nehmen müssen. Kein Problem für Manfred und Nofi,
die um 16:20 Uhr nochmals den „Funival“ benutzten um über die schon gesperrte
OK nochmals einen Powderrun zu genießen.
Im Wobbly ("The Manor Bar")
war an diesem Tag kein sehr großes Aufkommen, wenngleich die Stammgäste natürlich
anwesend waren: Hartl und Karl aus Hartberg, Niko, Gotthard, Michi Str. + Gerold,
Manfred, Gabi und Nofi.
Auch App. 508 mit Christian und den Veitsis hatte eine Sitzung im Wobbly. Am
Abend gab es so manche Erlebnisse in den Appartements, so z.B. in 601, wo die
charmante Französin Stefanie, die in Tignes Le Lac arbeitet, interessante Neuigkeiten
verbreitete.
Im Prinzip alles wieder beim alten: Wir konnten zu Beginn einen Fixpreis für
die ganze Woche aushandeln, d.h. 2,- EUR fürs kleine und 4,- EUR fürs große
Bier, und das unabhängig von irgendwelchen Uhrzeiten („Happy Hour all the Time“).
Namen gab es auch einen neuen, "The Manor Bar", was so viel heißt
wie "großes Haus", "Landhaus" oder "Schloss",
obs passt oder nicht, soll jeder selbst entscheiden.
Außer den Österreichern waren nur sehr wenige Gäste zu sehen. An den Schlechtwettertagen
waren nur die Stammgäste (Niko, Sigrid, Markus, Hartl, Karl, ...) anzutreffen,
an den Tagen, wo länger Skigefahren wurde, da zählten wir schon mal 20 - 30
Österreicher in der Kneipe. Für uns wars OK: eine Kneipe in unmittelbarer Umgebung
des Quartiers, wo man ein Bier zu vertretbaren Preisen trinken kann! So waren
wir mit dem „heurigen Wobbly“
sehr zufrieden (vor allem im Vergleich zum Vorjahr)!
Darüber zu diskutieren ist eine der Lieblingsbeschäftigungen von Herwig. Und
über seine KTM lässt er nichts kommen. Doch, was ist nun das bessere Motorrad?
Geht es nach den Hartbergern,
dann muss man sich wohl auf eine BMW schwingen. Doch Herwigs Meinung ist auch
von Gewicht, so ist er doch ein gelernter Moto-Crosser und Teilnehmer beim Hill
Climbing in der Rachau. Und sein nächstes Projekt lautet Teilnahme am "Erzbergrodeo".
Dass über dieses Thema ausführlich diskutiert wurde, davon konnte sich auch
Nofi überzeugen:
Zu Besuch in App. 706 (Willi & Konsorten) drangen
noch nach Mitternacht eigenartige Geräusche durch die Decke. Also musste wohl
im App. darüber (806, Tanja & Konsorten) noch was los sein. Schwupps - auf
den Weg gemacht, so torkelte gleich nach dem Öffnen der Zimmertür Busfahrer
Herwig entgegen. Die Diskussionen um KTM und BMW hatten ihn so mitgenommen,
dass ein gerader Gang nicht mehr möglich war. Eins drauf gab es noch im App.
von Tanja, wo die Getränkeversorgung optimal war. So brachten die beiden deutschen
Gäste Hummel und Thomas 8 Kisten Bier mit, alles
verschiedene Sorten. Dies ergab einen beeindruckenden
Turm im Appartement vom Boden bis zur Decke. So zog Herwig schließlich in
sein Appartement, dafür blieb Nofi bis 02:30 Uhr in diesem App. hängen. Was
sich auch auf die Höhenmeterbilanz von Di. auswirkte (nur 3.750m) statt der
durchschnittlichen 8.000Hm. Auch die starken Schneefälle und der Wind taten
das ihrige, da nur sehr wenige Lifte am Di. in Betrieb waren.
Die Einteilung der Teilnehmer auf die Appartements ergab zuweilen interessante
Kombinationen und so war auch die Woche über einiges los.
Zuallererst sei das „Partyappartement 806“ (Tanja, Rudl, Kathrin, Hummel, Thomas)
erwähnt. Wie es der Zufall so wollte, waren sie die direkten Nachbarn der beiden
Busfahrer Peter und Herwig (804). Und als am Abend wieder mal schlafstörende
Geräusche vom Hausdepp-Spiel „rüberdröhnten“, schauten die beiden einmal bei
den Nachbarn nach. Dort sollten sie nicht so schnell wieder rauskommen. Schließlich
kam auch Nofi vorbei (der sich zuvor einen Stock tiefer im „Ledigen-Appartement
706“ aufgehalten hatte), um nachzuschauen. Rest siehe oben ....
Im Ledigen-Appartement wiederum, das sich ausschließlich aus nicht verbandelten
Jungs (2) und Mädels (3) zusammensetzte, wurde eifrig analysiert. Manchmal das
Tagesgeschehen im Gelände, öfter jedoch das Zwischenmenschliche. So waren dann
tiefgreifende Dialoge zwischen den beiden „Gsibergern“ Willi und Ilse immer
für einen Lacher gut - sofern man sie verstand. Die Zusammensetzung des Appartements
erfolgte übrigens rein zufällig und ohne Hintergedanken!
In 701 mit den Routiniers Manfred, Babsi, Luigi, Harald + Rookie Gabi gab es
ein üppiges Lager an Lebensmittel und vor allem an Käse. Kein Wunder, denn Luigi
entwickelt sich immer mehr zum gefürchteten Einkäufer! In der Käse- und Rotweinabteilung
im Super U ist er nicht mehr zu halten, was dann gegen Ende der Woche aufgrund
der nicht zu bewältigenden Vorräte immer öfter seine Mitbewohner resignieren
lässt. Doch diesmal wurde ein einfacher Lösungsansatz gefunden: Man lud am letzten
Abend das App. 608 mit den 4 Hartberger-Jungs Hartl, Toni, Seppi und Karl ein
(„ ... geh, kumts heit zua Weinvernichtung vorbei ...“) und schon waren die
(Wein-)Vorräte ordentlich geschrumpft.
Eine Spätschläfer-Wohnung war wiedereinmal 606. Kein Wunder, war doch Familie
Singer (Niko, Gotthard, Vera) 3 x vertreten. Und zusammen mit Sigrid und Markus
(diesmal ohne Rossi und Irene) harmonierten sie am Abend (beim nicht Schlafengehen)
und in der Früh (beim nicht Aufstehen) recht gut. So wurde auch Nofi am Heimweg
zu seinem App. 601 abends noch gerne mit einem „Gute-Nacht-Gläschen“ versorgt.
Auffallend war weiters noch, dass die technische Aufrüstung stark am Vormarsch
ist. So war beim Betreten von Appartements der Anblick von Notebooks, Digitalkameras,
PDAs usw. keine Seltenheit. Fotos vom Tage wurden am Abend studiert bzw. sofort
in die Heimat versandt. Und irgendwo noch freie Steckdosen zu finden, war gar
nicht mehr so einfach: Handies, Akkus für die Digitalkameras, elektr. Zahnbürsten
usw. mussten wieder aufgeladen werden. Noch dazu, wo die Kälte vielen Akkus
ziemlich zusetzte.
Nach dem prächtigen ersten Tag und den folgenden 4 Tagen mit heftigen Schneefällen
kehrte - wie laut Wetterbericht angekündigt - das Schönwetter zurück. Viele
hatten sich schon mental auf diesen Freitag vorbereitet, sind extra früh schlafen
gegangen, um möglichst zeitig starten zu können. Man konnte ja an den Vortagen
schon bei kurzen Ausritten neben der Piste erahnen, welche Schneequalität uns
erwarten würde. Auf der anderen Seite war die bedrohliche Lawinenlage, an diesem
Tag wurde von 5 auf 4 (von 5 möglichen) zurückgestuft.
So mussten wir es sehr, sehr vorsichtig angehen und vor allem steilere Hänge
meiden. Im Laufe des Tages zeigte sich jedoch, dass der Wind oft den Schnee
ziemlich gepresst hatte und dieser gar nicht so locker war, wie wir ihn erwartet
hatten. Immer wieder gewöhnungsbedürftig ist auch die Beobachtung, dass trotz
akuter Lawinengefahr jede Variante trotzdem befahren wird, was natürlich auch
gewaltige Anforderungen an die eigene Disziplin stellt.
Und es wurde doch ein Traumtag mit vielen gewaltigen Eindrücken und Augenblicken
in der herrlichen alpinen Gebirgswelt von Val d’Isere. Als eine der letzten
Varianten wählten wir „Le Grand
Vallon“ und zum Schluss die Abfahrt vom „Col
Pers“, hinten weg vom Gletscher in Val d’Isere. Hier muss man vor allem
dann aufpassen, wenn das Iseretal („Gorges de Malpasset“) noch nicht befahrbar
ist (dazu muss zuerst einmal eine große Lawine reindonnern, damit der Fluss
zu ist). Also mussten wir uns streng links halten und nicht zu tief runter ins
Tal. Ein paar Spuren geleiteten uns den Weg, allerdings waren auch diese nicht
ganz einheitlich, was auch die Routen-Diskussion in unserer Gruppe verkomplizierte.
So blieben wir zwar untereinander in Sichtweite, versuchten aber tw. unterschiedliche
Varianten. Nur unten am Ende bei der Brücke
(„Pont St. Charles“)
auf der Straße zum „Col de L’Iseran“ fehlte plötzlich Willi.
Einige konnten sich zwar noch erinnern, wo er zuletzt gesehen wurde bzw. wo
er sich von der Gruppe entfernt hatte. Doch nachdem er auch nach 30 min Wartezeit
nicht aufgetaucht war, wurden wir schon ziemlich nervös. Ihn in dem weitläufigen
Gelände bei einer wiederholten Abfahrt zu finden, schien nicht mehr realistisch,
zu weit war die Uhrzeit schon vorgerückt. Den Notruf zu verständigen hinderte
einzig unsere Hoffnung, dass er uns davon gefahren war. Tel. wurde Kontakt mit
Leuten im Quartier und im Wobbly aufgenommen, denn dort sollte er ja irgendwann
mal auftauchen. Mit mulmigem Gefühl machten wir uns auf den Weg nach Hause und
überlegten still die nächsten Schritte. Gerade auf der Abfahrt vom „Bellevarde“
zum neu gebauten 8er Sessellift „Tommeuses“
rief auf einmal in voller Fahrt jemand unverständliche Wortfetzen, die aber
doch irgendwie heimisch klangen. Und siehe da, Willi meldete sich auf vorarlbergerisch
zurück und ließ uns die Heimfahrt sogleich gemütlich und überaus erleichtert
fortsetzen. Als Entschädigung für diesen Schock musste er uns mit einer Runde
Bier im Wobbly wieder beruhigen.
Am Donnerstag nahmen 21 Leute an der traditionellen Fackelabfahrt teil. Rauf mit der U-Bahn („Funiculaire“) auf 3000m Seehöhe. In netter Atmosphäre gab es dann (Käse-)Fondue oder Raclette im adretten Restaurant „Le Panoramic“. Und um 23 Uhr startete die Fackel-Abfahrt zurück nach Tignes Val Claret. Von manchen wurde der Nach-Hause-Weg sogleich zu einem Streifzug durch die eine oder andere Kneipe genutzt („Le Caveau“, „Mover Cafe“, „Grizzly Bar“).
Nachdem sich auch der Samstag als strahlender Sonnentag mit mittlerweile schon gewohnteren Temperaturen präsentierte, wurde auch dieser Tag noch ausgiebig zum Fahren genutzt. Das Umpacken auf 2 zur Verfügung gestellte Appartements verlief erstaunlich problemlos, einzig im Müllhaus gab es einen Kollaps. Dem üblichen An- und Abreisechaos in Tignes entfliehend wurde es wieder ein sensationeller Skitag, auf den wir nur ungern verzichtet hätten. Nach Dusche und Fertigmachen des Gepäcks konnten die Busse exakt um 17 Uhr beladen werden und eine halbe Stunde später verließen wir die Skistation. Der obligate Stopp beim Super U wurde reichlich für Jause und Einkauf von Mitbringsel genutzt. Wie beinahe schon üblich, hatten wir um diese Zeit freie Fahrt, kein Stau weit und breit. Und nach einem Video (James Bond - „Die Another Day“ bzw. „Ice Age“) ging es fließend zur Nachtruhe über. Die Rückfahrt verging wie im Flug und um 07:45 Uhr trafen wir - gesund und unverletzt! - in Graz am Bahnhof ein.
Und hier gehts zu den Fotos dieser wunderschönen Woche: