Welch ein Kontrast zur letztjährigen Woche im Februar. Nach Temperaturen
zwischen -10° und -20°C empfingen uns ein strahlend blauer Himmel, milde
Temperaturen und trotzdem eine recht gute Schneelage.
Viele hatten ihre Garderobe wieder extra auf arktische Temperaturen abgestimmt
und packten diesmal doch nur einen Bruchteil der Kleidung aus. So kletterten
die Temperaturen tagsüber sogar auf 3.000m bis auf +7°C (Talstation
Grande Motte). Erstaunlicherweise hielt sich die Schneequalität
die ganze Woche über recht gut.
Nach 6 Tagen strahlend blauem Himmel gab es schließlich am Samstag (wie
schon so oft ...) einen grauen Himmel und Schneefall. Dies führte auch
wieder zum obligaten Straßenchaos am An-/Abreisetag, da aufgrund der französischen
Ferien zahlreiche Pariser versuchten, mit Sommerreifen den Wintersportort zu
erreichen.
Da sich (fast) alle recht pünktlich beim Bus einfanden, konnte der Schlafbus
ein paar Minuten nach 22 Uhr beim Grazer Hauptbahnhof starten. Einzig einige
Newcomer aus Wien testeten noch die Kapazitäten des großzügigen
Gepäckraumangebotes.
So konnte auch Norbert in Klagenfurt pünktlich zusteigen (23:45
Uhr). Und wie gehabt wurde der Bus in Arnoldstein zum Schlafbus umgebaut.
Hier übernahm auch Gernot (löste Herwig als Schlafbus-Chefpilot ab)
das Steuer, um uns bis nach Frankreich zu bringen.
Diesmal gab es bereits kurz nach Turin den Frühstücks-Stopp. Anschließend
gab es eine reibungslose Zimmerenteilung aller Mitfahrer. Von 12:30 Uhr bis
ca. 14:30 Uhr plünderten wir den Supermarkt und nutzten die Sonnenstrahlen
am Parkplatz vom Super U sogleich für eine zünftige Jause (Rotwein,
Käse und Baguette ...). Exakt
um 15:15 Uhr trafen wir beim Haus Le Schuss in Tignes
Val Claret ein und konnten bis auf 2 alle Appartements sofort bei der
Ankunft übernehmen. Zum Ausruhen blieb aber nicht wirklich viel Zeit, da
bereits für 17 Uhr eine LVS-Übung
angesetzt war. Bis 18:30 Uhr gab es Einzel- und Partnerübungen, Kennenlenen
der neuen Geräte, Überprüfen der Batterien. Zum Abschluss folgte
eine Gesamtübung mit folgender Annahme:
Lawinenkegel ca. 40m x 80m, 2 Verschüttete.
Die Übung verlief recht gut: Der 1. Verschüttete konnte bereits nach
ca. 4 min ausgegraben werden. Der 2. war jedoch recht tief verschüttet
(Arbeit von Martin P.), konnte jedoch ebenfalls noch innerhalb der besonders
kritischen Phase von 15min aus den Schneemassen befreit werden.
Die Gruppe bestand aus 44 Teilnehmern, Caroline stieß direkt in
Frankreich zu uns, während Manfred seine Anreise aus Augsburg mit
dem Auto ankündigte. Vorerst war seine Ankunft von seinen Gleisdorfer Freunden
Gerald und Hannes für 17 Uhr prognostiziert, verzögerte
sich jedoch zusehends.
Am nächsten Tag folgte die Erklärung: Ein Ausdruck des Routenplaners
hatte Manfred von Genf durch den Mt.Blanc-Tunnel geschickt. Dann
weiter ins Aostatal (Italien) und rauf auf den Kleinen St.Bernhard,
die kürzeste Strecke nach Tignes halt. Kurz nach Courmayeur war
jedoch Endstation (Wintersperre!) und Manfred mußte wieder retour durch
den Mt.Blanc-Tunnel ... Ankunft in Tignes schließlich um
23:30 Uhr. Doch dann wurde das Wiedersehen
ausgiebig mit "Pastis 51" begossen. Der 1.Skitag begann dann
halt etwas später.
Wie gewohnt waren alle recht gierig aufs Fahren und starteten kurz vor oder
nach 09:00 Uhr. Da der letzte Neuschneefall erst 3 Tage her war, erwarteten
wir uns noch teilweise unverspurte Flecken. Am ehesten rechneten wir auf der
Tignes-Seite damit. Und so begaben wir uns über den Toviere nach
Le Lac und hinauf Richtung Aiguille Percee ("Lochfelsen")
und Vallon de la Sache.
Und wirklich gab es noch unberührte Flecken, jedoch verloren wir durch
zu ambitionierte Routenwahl auch Zeit.
Eine der wichtigsten Fragen, die uns jedes Jahr beschäftigt: Was ist mit
dem Wobbly los?
Bereits am Samstag, dem Tag der Ankunft versuchte eine österreichische
Abordnung (Hartl, Rudi, Seppi und Werner) die Rahmenbedingungen auszuhandeln,
die da hießen:
Kleines Bier ..... 2,-
Großes Bier ..... 4,-
Und siehe da, Anthony, der neue Chef, war leicht davon zu überzeugen,
dass es gut ist, die österreichische Gruppe ordentlich zu behandeln. So
gab es für uns "Happy Hour all the time" und daher auch
immer die vergünstigten Preise! Auch für die mittlere Zukunft schaut
es nicht schlecht aus. Denn Anthony hat den Wobbly gekauft (neuer Name: "Le
Funny Bunny") und hat uns hoch und heilig versprochen, auch noch zu
Ostern offen zu halten (mit Grillerei auf der Terrasse!). So entwickelte
sich die Kneipe wider einmal zur Drehscheibe für den Info-Austausch
und natürlich wurde auch das eine oder andere Bier getrunken. Anthony
hat auch eine Website in Vorbereitung: http://www.lefunnybunny.com. Per Email
ist er via info@lefunnybunny.com
erreichbar.
Bereits von Anfang an sollte der Skitag genau geplant und ausgefüllt sein.
Dazu gehört auch eine optimierte Rückfahrt nach Val Claret,
traditionellerweise von Val d'Isere mit dem Funival von La
Daille (16:40 Uhr) sowie mit dem Borsat Express (16:50 Uhr). Doch
dann schien es, als ob der Tommeuse heuer länger fahren sollte als
der Borsat (17:00 Uhr). Niko und Nofi adaptierten also die Auffahrtszeiten
mit dem Funival so, dass sie um 16:59 Uhr vor dem Einstieg beim Tommeuse standen.
Doch - welch unglücklicher Umstand - keine Gnade der Liftler ... der Tommeuse
war bereits seit 15 min zu und blieb gerade endgültig stehen, während
wir verdutzt vorm Eingang standen. Auch kurzes Überlegen und Intervenieren
half nichts (die Engländer neben uns, denen es genauso ging, verstanden
nicht, dass der Lift nicht ausgeschaltet wurde, obwohl er ja schon geschlossen
war => wie verwirrend). So nahmen wir also die Abfahrt nach La Daille
um geduldig auf den Bus nach Tignes zu warten (Abfahrt 17:35 Uhr).
Erklärungsbedarf gab es aber nicht nur an diesem Tag wegen dem verspäteten
Eintreffen im Wobbly, sondern vor allem am nächsten Tag (Dienstag). Diesmal
war Roswitha mit von der Partie und es sollte wieder wie gewohnt mit
dem Borsat Express zurück nach Val Claret gehen. Doch neuerliche
unsichere Abfahrtszeiten beim Funival brachten uns eine Verspätung von
ca. 4 min, wodurch wir schließlich um 16:53 Uhr vor dem bereits geschlossenen
Borsat standen (für Besitzer eines Skipasses von Tignes letzte Auffahrtsmöglichkeit:
16:50 Uhr) .... "nicht schon wieder Bus fahren!?" waren die ersten
Gedanken. Doch heute wollten wir eine andere Variante probieren und zwar den
Aufstieg
zu Fuß zum Fresse. Wir kalkulierten mit 30min Aufstieg,
was immer noch rascher ging als auf den Bus zu warten. Einzig den Pistendienst
galt es zu überlisten, denn dieser toleriert nach seiner Kontrollfahrt
absolut niemand mehr auf der Piste. Schon gar nicht jemanden, der um diese Zeit
noch aufsteigt.
Anfangs ging alles gut, wir kamen in gut ausgefahrenen Mulden - in denen wir
nicht auffielen - rasch aufwärts, doch die letzten 150 Hm mußten
wir auf der Piste zurücklegen. Und wie befürchtet, tauchte auch schon
der Pistendienst auf (es war ca. 17:20 Uhr) und hinderte uns sogleich
am Weitermarschieren. Sogleich gab es einige Funksprüche mit Kollegen und
siehe da, die grimmige Miene des Sicherheitsmannes hellte sich auf. Gott sei
Dank, schickte er uns weiter nach oben, da er seinen Kollegen extra auf den
Fresse dirigierte, um uns abzuholen. Wieder nach ein paar Minuten hörten
wir dann einen Skidoo näher kommen ... scheiße, der nächste,
der uns verjagt .... Doch ein stummer, aber netter Mann bat uns einzeln aufzusteigen
und kutschierte uns in jeweils flotter Fahrt mit dem "Schneemoped"
auf den Gipfel. Oben empfing ihn sein Schäfer, der schon freudig auf die
Heimfahrt wartete und direkt auf den Skidoo sprang um mit seinen Vorderpfoten
mitzulenken.
Doch wir genossen nun die Abfahrt ganz alleine vom Fresse hinunter zum
Wobbly nach Val Claret. Nur der Skidoo
mit Schäferhund am Steuer folgte uns in sicherer Entfernung.
Aufgrund der insgesamt guten Schneelage war so gut wie alles fahrbar. Obwohl es eher harten und bockigen Schnee im Gelände gab, boten gerade Rinnen eine recht gute und griffige Unterlage. So. z.B. Le Couloirs de la Grande Balme, die 3 Klassiker. Auch die lange Rinne vom Rocher de la Grande Balme (direkt von den Appartements aus sichtbar) bot ausgezeichnete Bedingungen. La Face Nord de Pramecou wurde heuer von Nofi und Martin erstmals befahren. Niko kannte die Variante schon von einer früheren Woche mit Gerhard Walter.
Im Quartier schien alles reibungslos zu laufen. Hervorzuheben vielleicht die
Hartberger,
die den Skitag in der Regel mit einer Flasche Sekt eröffneten. Trotzdem
(bzw. wahrscheinlich gerade deswegen!) kamen sie auf eine beachtliche Höhenmeterleistung,
wie auch Gotthard bei der gemeinsamen Tour (Tour du Charvet) anerkennen
musste.
Im App. 606, einem reinen Männerappartement (Werner, Wolfgang, Hans,
Herbert, Otto), war man heftig dem Glücksspiel verfallen. Gerüchte
kursieren, dass sich ausserdem die Gesprächsthemen häufig um Sport
und Sex drehten. Im App. 601 (Norbert, Ernst, Gerlinde, Mex, Roman) wiederum
wurden wahre kulinarische Höchstleistungen vollbracht, kein Wunder war
doch auch Paul Bocuse (alias Mex) dort untergebracht. Die 5 harmonierten
überhaupt recht gut, obwohl sie sich nur sehr wenig vorher kannten bzw.
bis auf Norbert alle zum 1.Mal bei unser Skireise teilnahmen.
806
(Gotthard, Niko, Markus, Sigrid) war wieder das "Late Night-Appartement".
Bis weit nach Mitternacht sah man Licht unter der Türkante durchscheinen,
was Nofi zu manchem "Gute Nacht Gläschen" am Heimweg zu seinem
App. 803 verhalf. Allerdings rührte sich dann auch in der Früh noch
nicht viel, als schon das frische Gebäck zugestellt wurde. Einzig Niko
versuchte verschlafen, Leben in die Bude zu bringen. In App. 803 wiederum taten
sich größere Kluften auf. Martin L. und Luigi sonnten
sich bereits um 16 Uhr am Balkon und jausneten kräftig. Martin P.
kam von einem ausgefüllten Ski- und Fototag und wollte ruhen. Während
Roswitha und Nofi die Zeit im Wobbly zu knapp wurde, da ja der
Rest des Appartements schon zum Abendessen drängte. Eine (strenge) Lösung
versuchte Martin P. mit einem Wochenkochplan, aufgehängt zw. Bad und WC.
Gleich 18 Teilnehmer wollten diesmal einen netten Abend im Restaurant Le Panoramic verbringen und anschließend bei Vollmond 900Hm abfahren. Für 28,- EUR wurde ein Salat, Fondue oder Raclette, eine garnierte Platte, Kaffee, Dessert sowie ein Glas Rotwein und Wasser aufgetischt. Eigentlich gar nicht so teuer, wie Mex anmerkte, wenn man das Preisniveau in der Station heranzieht. Eine "böse Überraschung" erlebten lediglich die Hartberger, nachdem Nofi Fleischfondue angekündigt hatte, jedoch Käsefondue serviert wurde. Diesen Faupax konnte nur eine Runde Bier wieder gut machen.
Obwohl das Wetter von Anfang an sehr schön war, warteten wir mit der Tarantaisetour
bis Freitag, um mit den Skischulen aus Sicherheitsaspketen Übereinstimmung
zu erzielen. Zu Wochenbeginn schien noch ein Wetterumschwung am Freitag möglich.
Dieser verzögerte sich jedoch immer weiter und wir genossen auch an diesem
aussergewöhnlichen Tag noch den tiefblauen Himmel.
Dieser Tag stand im Zeichen eines besonderen "Wettkampfes":
Schon beim Schlepper Balme I+II in Tignes Val Claret um 08:45
Uhr fanden neben unserer 12köpfigen
Truppe sich 3 Gruppen von "Evolution 2" ein. Auch einige
ESF-Gruppen kamen, diese ließen allerdings keine besonderen Ambitionen
erkennen. Doch die Evolution 2-Gruppen gaben ordentlich Gas (Originalkommentar
eines französischen Skilehrers zu einem seiner Schützlinge: "Today!
There will be a big race!!!") Unsere Gruppe konnte zwar von Beginn
an die Spitze halten, doch eine kurze Pause zum Ausziehen von Bekleidung bei
der Hütte ca. auf der Hälfte der Strecke nach Champagny (verschuldet
durch Nofi), nutzten die französischen Gruppen eiskalt um vorbei zuziehen.
Insgesamt gestaltete sich die Abfahrt
vom Col du Palet zwar hart, aber ohne größere Schwierigkeiten,
sodass wir ca. um 10:20 Uhr Champagny Le Haut erreichten und in den bestellten
Bus steigen konnten.
In La Plagne nahmen wir traditionell die Abfahrt vom Roche de Mio
sowie die grandiose
Nordabfahrt vom Bellecote mit. Die Begeisterung schien so
groß zu sein, dass die Abfahrt 75 min in Anspruch nahm (1500 Hm). So erwischten
wir erst den Bus um 15 Uhr nach Peisey-Nancroix. Eine gigantische neu
errichtetet Gondel verbindet seit heuer neu La Plagne und Les Arcs,
unterstützt uns jedoch auf unserer Route durch die Tarantaise nicht.
Etwas unter Zeitdruck gelang es der Hälfte der Gruppe in Les Arcs
schließlich nicht mehr auf den Aiguille
Rouge aufzufahren und mußte die Abkürzung über den
Sessellift Lanchettes nehmen. Schlußendlich gab es eine punktgenaue
Landung direkt beim Restaurant in Villaroger, wo wir uns nach ausgiebiger Stärkung
und Wiedersehen der wettkämpfenden Gruppen um 18 Uhr von 2 Taxis abholen
ließen.
Wie schon öfter gab es am letzten Tag dichte Wolken und Schneefall.
Leider waren viele Teilnehmer vom Schönwetter schon so verwöhnt, dass
sie bei diesen Bedingungen auf das Skifahren verzichteten. Doch Balme I+II
sowie Les Lanches boten akzeptable Sicht und ließen etliche
Pisten-Hm zu.
Von Le Schuss wurden uns freundlicherweise wieder 2 Appartments als Gepäckdepot
bzw. zum Umziehen zur Verfügung gestellt. Gernot, unser Fahrer, holte uns
püntlich um 16:30 Uhr mit dem Schlafbus ab. Um 17 Uhr war fertig geladen
und die Heimreise konnte beginnen. Unsere neuen Teilnehmer erlebten erstmals,
wie das ist, wenn Pariser auf Skiurlaub fahren und es gerade "zufällig"
schneit. Mit
Sommerreifen fkt. das dann nicht mehr so gut und so gab es einige Beeinträchtigungen
auf der Straße hinunter nach Bourg St.Maurice. Nach Einkauf
im Super U, Jause und Video ("Akte Jane") konnte die wohlverdiente
Nachtruhe angetreten werden. Diese wurde jedoch jäh an der italien.-österr.
Grenze um 06:00 Uhr unterbrochen. Aufgrund neuer Gesetzeslage in Österreich
(und nur dort) dürfen die Businsassen nicht mehr liegend transportiert
werden. Nach Frühstückspause und Umbau des Busses trafen wir schließlich
am Sonntag um 09:20 Uhr in Graz ein. Alle wohlbehalten und unverletzt!!!!
Auch Fotos von dieser wunderschönen
Woche gibt es bereits!