"Je préfère le nature" oder das Aufwachen mit Karins Orangenmoped!

Tignes, 02. - 11.04.2004 (Osterwoche)

Die heurige Osterwoche bot von allem etwas: strahlender Sonnenschein, Firn, Sulzschnee, Nebel, dichtes Schneetreiben, kalter Wind im Gesicht, traumhafte Winterlandschaft, unverspurte Hänge.
Auffällig waren auch die großen Temperaturunterschiede zwischen den Höhenlagen. So startete man z.B. unten beim Staudamm am Fuße der Sache (Tignes Les Brevieres, 1.550m Seehöhe) bei +8 °C und stieg nur 2 Lifte später oben beim Lochfelsen (L'Aiguille Percee, 2.750m) bei - 10°C aus. Da leistete der Rucksack mit ein wenig Reservebekleidung wertvolle Dienste, um flexibel auf diese Unterschiede reagieren zu können.

Die Anreise:

Diesmal schickte uns Fa. Tieber tatsächlich den neuen Schlafbus, der uns eigentlich schon für Februar versprochen wurde. Alles roch noch neu, Unterschiede zum alten waren erkennbar, wenn auch nur im Detail:

Die Anreise gestaltetet sich ohne besondere Vorkommnisse, Umbau bei der Raststätte Dreiländerecke, Frühstück kurz nach Turin, Zimmereinteilung auf der Fahrt, Einkauf beim Super U ca. von 12:30 Uhr bis 14 Uhr. Ankunft in Tignes Val Claret um 15 Uhr. Und alle Appartements konnten sofort bezogen werden!

Da blieb auch noch genügend Zeit bis zur LVS-Übung, die wieder ab 17 Uhr stattfand. So bot sich einigen Teilnehmern die Möglichkeit, den skifreien Samstag zu nutzen, um ihre neuen Geräte kennen zu lernen.

Pieps DSP, Mammut Barryvox, Tracker DTS, Ortovox, .... alle Marken waren vertreten. Man konnte sich einen Überblick über die unterschiedliche Funktionsweise verschaffen (jeder sollte jedes Gerät zumindest ein- und ausschalten können!), sowie sein eigenes Gerät noch besser kennen lernen. Zusätzlich konnte man feststellen, wie sehr auch die Leistungskraft der Batterien eine Rolle spielt (Grundregel: jede Saison eine neue Garnitur!).

Der Wobbly

Gespannt waren wir, ob das Versprechen von Anthony gehalten hatte: im Februar hatte der neuen Besitzer gemeint, zu Ostern ganz sicher noch offen zu halten und sogar auf der Terrasse grillen zu wollen. Doch schon beim ersten Blick hinüber verkündete der zugezogene Vorhang nichts Gutes. Dennoch bieb die Hoffnung, dass dies nur eine kurzfristige Pause für den schwach besuchten Samstag nachmittag war. Doch leider: auch am Abend, sowie am Sonntag und die restlichen Tage blieb dieser traurige Anblick. Die Happy Hour jeden Tag nach dem Skifahren schien vorerst gestrichen. Marie Laura von unserem Haus verriet uns während der Woche, dass die Kneipe überhaupt schon seit 2 Monaten zu war!!!!

In der Not nach Alternativen suchend einigte man sich auf die Terrasse des Restaurant Bollin (bei Schönwetter) und auf die "Dänenbar" (= Mover Cafe, bei Schlechtwetter). Am Freitag konnte dort schon beinahe die halbe österreichische Truppe angetroffen werden.

Karin entwickelte sich als die treibende Kraft auf der Suche nach Hütten. Tagsüber tobte ein heftiges Hin und Her mit Niko und Nofi ("kein Hüttenbesuch während des Liftbetriebes"), nach Betriebsschluß konnte man aber rasch wieder Einigkeit über die Apres-Ski-Möglichkeiten erzielen.

In den Appartements

Unterschiedlich gestaltete sich das Leben in den Appartements. Während es in App. 910 (Roswitha, Wolfgang, Gernot, Gesi und Elisabeth) unterschieliche Meinungen zum Weinbedarf gab (2 Flaschen .... bis zu 5 Kanister), so spießte es sich in App. 1212 (Niko, Karin, Ulli, Fritz, Nofi) am Clopapier. Kurzfristig wurde der Vorrat im Super U noch auf 18 Rollen erhöht. Am Freitag, 24 Stunden vor dem Räumen der Apprtements, waren noch 2 Rollen übrig, worauf Karin schon lautstark in den anderen Appartements bekannt gab, dass es sich auch mit 18 Rollen nicht ausgeht. Doch die Reserverolle von 910 wurde zwar noch eingespannt, aber nicht mehr angebraucht.
Hervorragend funktionierte der Gebäckdienst im 12.Stock. Während an den ersten Tagen Wilfried von 1214 (weiters: Moritz, Hobin, Wolfgang und Herbert) den Weg zum Bäcker nahm, so versorgten ab Mittwoch die Niederösterreicher Jürgen und Werner von App. 1216 das ganze Stockwerk. In diesem App. machten es sich weiters Andrea und Wolfgang gemütlich.
Eine Novität gab es in App. 1212: In der Früh meist so gegen 08:00 Uhr erklang jeweils der ziemlich penetrante "Sound" eines 50ccm-Mopeds. Während sich für die anderen Mitbewohner die Ursache des ungewohnten Lärmpegels rasch in der Küche lokalisieren ließ, so wurde Niko ziemlich unsanft aus dem Tiefschlaf geholt.
Was war der Grund? Karin verarbeitete jeden Tag ein komplettes Sackerl Orangen zu einem frisch gepressten Saft für jeden Mitbewohner. An und für sich eine tolle Einrichtung, doch die Lärmkulisse dieses "Orangenmopeds" stieß nicht nur auf Zustimmung....

Im 11.Stock gab es wenig Aufregungen, weilte doch dort die Familie Kronegger (App. 1116) und Christian (App. 1115 mit Christa, Michl und Elisabeth), der sein Appartement souverän im Griff hatte ("bei mir gibts keine Turnsacklvergesser ..."). Peter wiederum fuhr jeden Tag mit seiner Familie Ski und kann stolz auf seine Töchter sein, die beinahe den ganzen Tag auf den Skiern standen. Peter wunderte sich jedoch, dass sein Pulsmesser nie über 100 Schläge anzeigte.

Im 9.Stock ging es schon etwas turbulenter zu, dort weilten App. 912 (Reini, Julia, Karin, Robert und Susi => 80% Lehreranteil!) und oben beschriebenes App. 910.

Das vermeintliche Partyappartement 1211 (Tanja, Rudl, Udo) entpuppte sich diesmal als gar nicht so lautstark. Zumindest wurden bei den Nachbarn in 1212 keine Exzesse durch die Wand wahrgenommen. Leider wurden im Schuhstall Rudls Skischuhe entwendet (es handelt sich um rote TECNICA-Schuhe). Für zweckdienliche Hinweise bitte um ein Email!

Auf der Piste und im Gelände

Beim Ostertermin waren diesmal einige Neulinge dabei, teilweise mit und ohne Frankreicherfahrung. So wurde rasch das Wissen der orts- und geländekundigen Teilnehmer angezapft und auch abends eifrig Tipps ausgetauscht. Auch, wenn die äußeren Bedingungen nicht immer Geländefahrten zuließen, so war es doch bis auf Freitag immer wieder möglich, die klassichen Varianten im Espace Killy zu absolvieren. Einzig der Freitag verhinderte beinahe vollständig Abstecher abseits der Piste. Sensationell dafür der Donnerstag, wo die 25cm Pulverauflage nur so glitzerte und der strahlende Sonnenschein die Skifahrerherzen höher schlagen ließ.

Einige ausgesprochene Gelände-Freaks konnten sich diesmal austoben:

Auch Karin hielt mehr als brav im Gelände mit. Sie versuchte zwar immer wieder Stopps bei diversen hüttenähnlichen Einrichtungen herauszuschlagen, doch kam es dabei nur zu Teilerfolgen. Gleich am ersten Tag konnte sie einige Mitfahrer für eine Pause bei der Cugnaihütte gewinnen. Da es dort eher rustikal zuging, die Terrasse aber gut gefüllt war, kam es auch zu kuriosen Begebenheiten auf dem (Plumps-)Clo: In der Warteschlange befand sich auch eine schick gekleidete Französin etwas älteren Baujahres. Die Beschmückung verriet, dass ihr Schwerpunkt nicht zu 100% auf dem Skifahren lag. Nun endlich an die Reihe gekommen, trat sie in das Plumps-Clo ein und verließ dieses als bald auch gleich wieder. Knapp aber deutlich gab sie Karin (die etwas verdutzt als nächste in der Reihe stand) die Erklärung:

Je préfère le nature!

Das nahmen sich auch Niko und Nofi zu Herzen und ritten jeweils am Vormittag nach ausgiebigem Frühstücks-Teekonsum zu regelmäßigem Stopps in der "nature" aus!

Die Fackelabfahrt

21 Teilnehmer fanden sich am Donnerstag ein, um zum Restaurant Le Panoramic aufzufahren. Das Abendessen in nettem Ambiente mit Salat, Käse-Fondue oder Raclette, Kaffe, Dessert und Rotwein war ausgezeichnet - wie immer. Die anschließende Abfahrt mit den Fackeln gegen 23 Uhr verlief zügig. Auf den 900Hm nach Val Claret hinunter wurde praktisch kein Stopp eingelegt! Auffällig war, dass neben unserer österreichischen Gruppe nur wenige mit Ski (sondern mit dem Funiculaire) abfuhren.

Verletzungen

Gleich mehrere Teilnehmer waren diesmal mehr oder weniger krankheitsbedingt beeinträchtigt:

So begann Udo aus dem Appartement von Tanja (1211) gleich mit einer kräftigen Magenverstimmung. Am Dienstag konnte er aber wieder mit flüssiger Nahrungsaufnahme beginnen (gesehen beim Bier in der Dänenbar), ab Mittwoch dann auch mit fester Nahrung ....
Roswitha wiederum wollte das Restaurant für die Fackelabfahrt besichtigen und rutschte dabei gleich beim Ausgang vom Funiculaire auf der Holzterrasse aus. Dabei fielen ihr die eigenen Skier mit der Kante so unglücklich und wuchtig auf das Handgelenk, dass sie eine tiefe Schnittverletzung erlitt. Doch nachdem die Wunde genäht wurde, stand sie am nächsten Tag schon wieder auf den Skiern!
Wilfried hingegen ließ sich auch von einer Grippe nicht unterkriegen. So fuhr er am Mittwoch schon zu mittag geschwächt und schwitzend nach Hause und legte sich ins Bett. Auch am Abend ließ er sich trotz verlockendem Abendessen nicht mehr blicken, schlief also durch. Doch schon am nächsten Tag stand er schon wieder pünktlich um 09:00 Uhr vollständig adjustiert vor dem App. 1212 um sich nach den geplanten Routen zu erkundigen.
Mit Abstand am schlimmsten erwischt hatte es jedoch Susi. Bereits am 1.Skitag (!!!) stützte sie sich im Valle Perdue so unglücklich ab, dass sie sich das Handgelenk brach! Nach dem schmerzhaften Einrichten der Bruchstelle bekam sie einen Gips bis hinauf zur Schulter verpasst. Positiv ist hier nur zu erwähnen, dass erstens die medizinische Versorgung in Val Claret top ist uns dass Susi sich auch durch dieses Mißgeschick nicht die Laune verderben ließ und auch schon die Möglichkeiten für die in Kürze geplantze Nepal-Reise gecheckt hat.


Die Rückfahrt verlief ebenso problemlos wie die Anreise: Abfahrt in Tignes war kurz nach dem Beladen um 17 Uhr. Beim Super U wurde der obligate Stopp auf der Heimreise eingelegt. Gegen 22 Uhr stoppten wir wieder in der Nähe von Turin für den Umbau zum Schlafbus und so ging es auch durchgehend bis nach Österreich, wo wir auf der Pack durch die tief stehende Sonne aufgeweckt wurden. Um 08:00 Uhr erreichten wir Graz, hier allerdings bei dichtem Nebel und Temperaturen um die 4°C!

Fotos folgen im Laufe der Woche!

Verluste / Fundgegenstände:

Im Bus übrig geblieben ist ein schwarzer Regenschirm (Knirps).

Im Schuhstall im Le Schuss in Frankreich sind 1 Paar rote TECNICA-Skischuhe verschwunden. Es besteht immer noch die Hoffnung, dass jemand diese irrtümlich in einen Kasten gesperrt hat!