Oder wie schafft es Karin immer wieder, doch in der Cugnai-Hütte zu sitzen..
Wieder gab es für den Ostertermin großes Interesse und so machten sich 50 ski- u. snowboardbegeisterte Österreicher auf den Weg nach Frankreich. Eine Wiener Gruppe schnappte uns diesmal schon vor weit über einem Jahr den Schlafbus weg (aus Frust, weil sie früher NIE zum Zug gekommen sind). Doch die hohe Qualität des Tieber-Starliners machte die lange Reise halbwegs erträglich. Profis (?) betäubten sich zuerst mit ein paar Bierdosen und dann mit einer Schlaftablette und stiegen nach einer Nacht am Busgang genauso (?) entspannt aus dem Bus wie sonst aus dem Schlafbus.
Dass unser Chefpilot Bertl (mit sehr authentischem Murauer Dialekt) schon einige Jahre Praxis im LKW-Hänger-Bereich am Buckel hat, bewies er uns eindrucksvoll bei den kritischen Plätzen beim Super U und oben beim Ausladen Nähe Le Schuss. Jedes Mal platzierte es das in Summe 19,75m lange Gespann (Bus + Riesenfahrradanhänge) so millimetergenau auf engestem Raum, wie es manchem (oder mancher?) nicht einmal mit dem eigenen PKW gelingt.
So verlief auch der Einkauf im Super U durchaus wie gewohnt. Es gab das übliche Rennen zw. dem Karin-Appartement (703, mit RL Julia, Fritz u. Uli) und dem Siemens-Appartement (503) um die schnellste Einkaufszeit, das Siemens für sich entscheiden konnte (45min; jedoch eingekauft wie ein Haubenrestaurant). Mit der reichlich bemessenen Zeit von 90 min. hatten jedoch nicht alle das Auslangen. App. 203 erschien kurz nach (!) Abfahrtstermin mit prall gefülltem Einkaufswagen, jedoch ohne einer einzigen (!) Schachtel. Doch auch für dieses Problem gab es eine Lösung: kleine Dinge wurden rasch in Einkaufssäcke gefüllt, große Dinge einfach nach hinten in den Anhänger geschossen (der auch nach dem Einkauf noch immer riesige Kapazitäten hatte). Der etwas unkonventionelle Vorschlag von Birgit, den ganzen Super-U-Einkaufswagen - so wie er prall gefüllt daherkam - einfach in den Anhänger zu hieven, wurde von den Reiseleitern nach kurzem Überlegen doch abgelehnt.
Das Ausladen von Bus u. Hänger verlief gewohnt ohne Probleme, auch die Appartements waren recht rasch verfügbar. Manche waren schon gespannt, wie es mit den zugeteilten Zimmergenossen denn so in der Praxis funktionieren würde. Julia u. Nofi hatte sich dazu eine gewissenhafte Einteilung überlegt, die jedoch von einigen Teilnehmern (Peter K., Gerhard W.) noch im Detail verfeinert wurde. Bösartige Zungen behaupten, sie hätten sich Harald (eher weniger) und Elisabeth (eher mehr) vor allem aus versorgungstechnischen Gründen ins Appartement (601) geholt. Die Kombination von 3 Vollbluttechnikern verlangte auch den beiden weiblichen Mitbewohnern (Diana, 14 u. Tochter von Peter und Elisabeth, Frau v. Harald) einiges in punkto "Mithören von Männergesprächen" ab.
Bei der routinemäßigen LVS-Übung um 17 Uhr bemerkten wir erst am Übungsende, dass sich 2 Gruppen gebildet hatten: 1 unter Le Schuss und eine hinter dem Haus. Machte aber nichts, den Zweck, seine Geräte wieder mal zu testen oder überhaupt kennen zu lernen, hat es erfüllt.
Viele ließen dann den Samstag mit Käse und Rotwein gemütlich ausklingen und freuten sich auch eine angenehme Nachtruhe. Der Wetterbericht hatte Neuschneezuwachs für den nächsten Tag angekündigt. In App. 703 (mit Gastesser Nofi) jedoch gab es noch sensationelle gekochte Garnelen (1 kg im Super U um 5,90 EUR!!!) mit sagenhafter Knoblauchsauce.
Die ersten beiden Skitage (So, Mo) brachten Schneefall, wodurch die ansehnliche Scheedecke weiter wuchs. Kurze Aufreisser in der Wolkendecke ließen das eindrucksvolle Gelände erahnen und wurden sogleich von den Routiniers (2/3 der Gruppe) als auch von den Neulingen (ca. 1/3) für Abstecher dorthin genutzt. So traf man sich jeweils in der Happy Hour (16 - 18) im Wobbly (heißt bereits das 2.Jahr Le Skishop Bistro!) um die Erfahrungen bei einem Bierchen auszutauschen. Einzig Birgit, die sich als Zusteigerin in Klagenfurt mit ihrem Bernhard traf, fiel täglich mit einem Mochito auf, der ihr rasch zu sehr guter Laune verhalf. Das Getränk imponierte nicht nur mit einer sehr urwaldähnlichen Farbe, sondern hielt auch Sebastian, unseren Haus- und Hofbarkeeper, der sich schon sehr gut auf unsere Gruppe eingestellt hatte ("Servus", "Prost") einige Zeit im Nachschenken der vielen leeren Biergläser auf.
Am Montag versuchten wir ein Gefühl für den weiteren witterungsmäßigen Verlauf der Woche zu bekommen. Dass es am Dienstag ein bedingungslos schöner Tag wird, war schon seit Sonntag festgestanden. Aber für die weiteren Tage wollte sich niemand so recht festlegen (Bureau le Guides => "no Tarantaisetour => heavy snowfalls this week, but we don't know on which days ...."). Und so rüsteten wir uns bereits für Dienstag, den Tag der Tage, um pünktlich um 09:00 Uhr den Angriff auf die unverspurten Hänge zu starten. Die Lawinengefahr schien mit Stufe "3" noch kalkulierbar.
Alle Klassiker (Sache, Charvet, Pt. du Chardonnet, La Kern, Cugnai, Grand Vallon, Col Pers, Col. du Petit Palme, Les Danaides usw.) wurden abgefahren, sodass auch die Neulinge einmal eine Vorstellung von den Möglichkeiten im Gelände bekamen. Außerst zufrieden (und müde) wurden die Erlebnisse des Tages im Wobbly diskutiert und man konnte schon beobachten, dass es einige geglückte Konstellationen bei den Skigruppen gab. So fand sich z.B. eine Großgruppe mit Siemens und dem "Generationen-Appartement" (2 "Mamas" - Elke u. Christa - mit den beiden "Kindern" Betty und Markus). Diese Großgrupper harmonierte skifahrerisch wunderbar und Dolfi heimste Lorbeeren ob seiner Führerqualitäten ein. Werner wiederum aus dem Siemensappartement war ganz angetan von den skifahrerischen Qualitäten von Elke und Christa.
Auch Karin versuchte sich im Kombinieren von Skigruppen, immer mit dem Hintergedanken, jemanden zu finden, der sich mit ihr in die steinige Cugnaihütte sitzt. Doch bei ihrer "Standardgruppe" (Julia, Fritz, Uli, tw. Nofi) blitzte sie ab. Diese fuhren zwar gerne die Cugnai, aber bei der Hütte immer nur vorbei. So heckte sie den Plan aus, eine Großgruppe zusammen mit Birgit und Bernhard, Roman u. Reinhard auf die Reise zu schicken. Auch Dolfi wurde in die Überlegungen mit einbezogen. Da eine so große Gruppe aber niemals vom Tempo her homogen sein kann, spekulierte sie damit, dass sich die Gruppe just bei der Cugnaihütte spalten wird, und die langsameren dankbar eine Pause einlegen werden. Doch ab einer Gruppengröße von 5 meldeten sich die Zweifler .... und wieder nichts .... ob ihr dennoch ein heimliches Rendevous in und mit der Hütte gelang - und wenn ja, mit wem, wurde nicht bekannt.
Überwältigt von dem strahlend schönen Dienstag, überraschten uns dann auch der Mittwoch u. Donnerstag mit blauem Himmel. Nicht mehr so makellos wie am Dienstag, aber dafür mit dem einen oder anderen cm Neuschnee von der Nacht davor. So konnte weiter das Gelände zerpflügt werden, tw. in neuen Gruppenkonstellationen. Mittwoch gab es - geleitet von Julia u. Gerhard - eine Skitour auf die Pte de la Sana (3.436m). Nur 4 Teilnehmer schafften es auf den Gipfel, der Rest (insg. 8 TN) wurde bei der Abfahrt wieder einkassiert. Besonders den beiden Snowboardern saugte eine lange Querpassage weg vom Borsat bereits in der Früh die Akkuladung für den ganzen Tag aus.
Am Donnerstag fuhren 16 Teilnehmer mit dem Funiculaire zum Restaurant Le Panoramic auf (Fondue, Raclette u. Fackelabfahrt). Auch Seszlow, unser französischer Freund gesellte sich dazu. Leider wurde die Abfahrt wegen zu heftigem Wind und Nebel gecancelt u. alle TN fuhren wieder mit der Bahn hinunter. Besonders die beiden Hochstrasser-Girls trauerten um die romatische Abfahrt. Angesichts des herrlichen Vollmondhimmels bei Ankunft in Val Claret eine nicht ganz verständliche Entscheidung. Die Prognose für Freitag (starker Schneefall) animierte sodann Bernie, Birgit, Seszlow und Nofi noch zu einer ausgiebigeren Lokaltour, auf der sie auch den Chef vom Wobbly (Olivier) trafen und die mit der Sperrstunde im Melting Pot endete.
Am nächsten (und vorletzten) Tag legten viele eine Pause ein, da nicht einmal der Tichot-Sessellift von den Balkonen aus erkennbar war. Man erkannte starken Schneefall, aber was da genau draussen los war, blieb vielen an diesem Tag verborgen. Dennoch wagten sich einige hinaus, so auch Papa u. Mama Hochstrasser (aus 1 Stunde geplant wurden 3 1/2), Karin u. Bernie und Birgit u. Nofi. Beste Schneequalität und spaßige Tiefschneeerlebnisse (die Betonung liegt auf "Tief") ließen auch diesen Tag zu einem gelungenen werden, der wiederum im Wobbly in der Happy Hour ausgibig gefeiert werden musste.
Schließlich endete die Woche mit der Schlussbesprechung am Freitag abend und einem weiteren überraschend schönen Skitag am Samstag, an dem viele ihre bereits verpackte Skikleidung wieder aus dem Koffer holten. Es war so viel Schnee (ca. 70 - 80cm) gefallen, dass selbst auf steileren Passagen die Skier u. Snowboards nicht ins Gleiten kamen. Einzig die in Frankreich recht verbreiteten Tiefschneegeräte (sehen aus wie Wasserski) konnten Auftrieb gewinnen. Aufgrund von Lawinenwarnstufe 4 und den rundherum überall sichtbaren Schneebrettern war aber der Drang ins Gelände ohnehin reduziert.
Die Rückreise verlief zwar nicht 100% pünktlich (3 Nachzügler beim Beladen), doch dank der Steuerkünste von Bertl, der sein langes Gefährt wieder exakt positionierte waren wir trotzdem zur rechten Zeit beim Super U. Hier wurden die Käsevorräte für zu Hause wieder aufgestockt, sowie die Testsieger der einzelnen Appartementverkostungen kartonweise eingepackt.
DVDs mit Film von dem ehemaligen Teilnehmer Armin Buchroithner (Crossing The Lines) und vom Start der Tour de France im letzten Sommer in Val d'Isere hinauf zum Col d'Liseran verkürzten uns die Heimfahrt. Irgendwo auf einer Tunnelpassage mitten in Norditalien platzte noch ein Reifen vom Anhänger. Doch Bertl und Engelhard wechselten so schnell, dass die meisten gar nichts von dem Vorfall mitbekamen.
Um 07:45 Uhr erreichten am Oster-Sonntag wieder alle gesund und unverletzt den Grazer Hauptbahnhof. Nächstes Jahr sehen wir uns wieder (siehe Terminvorschau).