Durch den sofortigen Notruf und die beschleunigte Einleitung von Rettungsmaßnahmen, unter anderem im Straßenverkehr oder im Gebirge, können Menschenleben gerettet und die Folgen von Unfällen, Katastrophen oder akuten gesundheitlichen Problemen verringert werden.
Nahezu 95 Prozent aller Notrufe bei Verkehrs- und Bergunfällen erfolgen mittlerweile über das Handy. Dadurch hat sich die durchschnittliche Rettungszeit bei einem Notfall drastisch verkürzt.
Trotzdem gibt es einige wichtige Dinge, die man beachten sollte bzw. die nicht allgemein bekannt sind.
Der Notruf 1 1 2 über das Handy ist auch ohne das Netz des eigenen Mobilfunkbetreibers möglich!
Dazu der Inhalt einer Mitteilung, die ich vor kurzem erhalten habe:
Da sich wieder einmal eine Bergtragödie ereignet hat, bei der das Handy im Auto gelassen wurde, wollen wir hier kurz einen doch ganz wichtigen Hinweis bringen. Mitgeteilt hat uns dies Siegfried Berger aus Mittersill, er ist staatl. gepr. Berg- und Skiführer, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe der Gendarmerie. "Bei Einsätzen im alpinen Gelände ist uns schon öfters aufgefallen, dass der Umgang mit dem Handy als Maßnahme zur Verständigung der Rettungskräfte nicht im vollen Umfang genützt wird, weil es nicht bekannt ist, dass die Notrufnummer 112 nur dann den Zugang in alle Netze ermöglicht, wenn der Pin-Code NICHT eingegeben wird." Also: Bei Handys, die die Eingabe eines PIN erfordern, anstelle des PIN die Nr. 112 eingeben und den Ruf absetzen. Sollte man dies nicht beachten, kommt man nur in das Netz des jeweiligen Betreibers (z.B. Al), was zur Folge haben kann, dass der Ruf abgelehnt wird, obwohl ein anderer Netzbetreiber (z.B. ONE) einen tadellosen Empfang ermöglichen würde.
Gemeint ist der internationale Notruf 112, der den Zugang in jedes Netz ermöglicht. Das heißt, dass man, obwohl man ein Al Handy verwendet, auch das Netz von ONE, T-Mobile usw. nützen kann. Sollte also der eigene Netzbetreiber keinen Empfang bieten, so wäre es ja möglich, dass z.B. T-Mobile einen Umsetzer in der Nähe hat und einen tadellosen Empfang ermöglicht.
Das funktioniert übrigens auch ohne SIM-Karte im Handy und auch, wenn kein Guthaben mehr auf einem Wertkarten-Handy vorhanden ist. Dein Ruf landet dann bei einer Notrufzentrale. Mit der Nummer 140 hat man diesbezüglich aber keinen Erfolg, es muss schon die 1 1 2 sein, die man wählt.
Ein Dieb, der das Handy stiehlt und auf der Notrufnummer Dauergespräche führt, schädigt allerdings nicht den Besitzer, denn der Notruf ist kostenfrei. Wird bei Handys, welche die Eingabe eines PIN fordern, der Notruf (112) nach dessen Eingabe gewählt, landet man eben wieder nur in dem Netz jenes Betreibers, dessen SIM-Karte man verwendet.
Deshalb ist es erforderlich, das Handy auszuschalten und anstelle des PIN die 112 einzugeben.
Ein Handy sollte man immer mitnehmen, auch wenn man keinen Empfang zu haben glaubt.
Es empfiehlt sich, in der Betriebsanleitung seines Handys nachzuschauen, wie man die Notrufnummer in alle zur Verfügung stehenden Netze absendet -bei den meisten Handymodellen ist das Absenden eines Notrufes bei eingesteckter SIM-Karte möglich. Eine weitere Möglichkeit bei nicht vorhandenem eigenem Netz ist es z.B., die SIM-Karte einfach zu entfernen und das Handy ohne diese einzuschalten -es ist dann nur der Notruf (also die Nummer 112) möglich.
Ganz wesentlich ist es auch, das Gespräch mit den Einsatzkräften erst zu beenden, wenn man dazu aufgefordert wird!
Noch ein kleiner, aber vielleicht wichtiger Hinweis:
Basisstationen senden und empfangen vertikal polarisiert. Man muss das Telefon
also möglichst aufrecht halten, damit die Antenne nach oben zeigt -so sollte
der Empfang am besten sein!