Geschichten von der Märchen-Tante vom Studio Tirol
Es war einmal.....irgendwo im Schigebiet von Tignes, fernab der Piste
Auf Grund ihrer einschlägigen Ausbildung erklärt sich Karin immer wieder bereit, abseits der Piste in regelmäßigen Abständen genaue Untersuchungen der Schneedecke aus nächster Nähe durchzuführen. Ihre Berichte zu den aktuellen Schneeverhältnissen (KARIN: „So a Topf'n, imma haut's mi hin! Oba i bin ja selba so deppert, daß i überhaupt do mitg'fahren bin, warum bin i oanfach auf da Pist'n blieb'm! In 100 Jahr kriegt's ihr mi nimma in so an Hang!....) wurden durch Berichte zu den Wetterverhältnissen von Niko ergänzt. (NIKO: Is' eh gut, daß du so maulst, sonst würd'n wir di im Nebel ja glatt verlier'n!). Wenn das nicht perfekte Zusammenarbeit im Dienste der Wissenschaft ist!
Es waren einmal..... Aluweckerln, Gummibärlis und Fischbretter (oder: Die Geschichte von den Siemens-Onkels)
Also, liebe Kinder, merkt Euch: Echte Siemens-Onkel sind schon bei der Abfahrt in Graz leicht zu erkennen an ungefähr 27 Lagen grüner Aluweckerln (für Unwissende: ein grünes Aluweckerl = Gösserbier in der Dose), die das Ladevermögen eines Durchschnittsbusses sprengen. In weiser Voraussicht erkundigen sich die Siemens-Onkel daher auch zumeist schon lange vor der Abreise bei Nofi, ob der Bus wohl mit einem geräumigen Anhänger ausgestattet ist, um das gesamte Gepäck (neben den schon erwähnten Aluweckerln auch Eierkocher, Kaffeemaschine, elektrische Orangenpresse, Soundmachine mit ca. 100 verschiedenen CD's, ...) zu fassen. Um den ohnehin schon durch die weite Reise strapazierten Magen nicht durch ungewohnte Getränke weiter zu reizen, führen die klugen Siemens-Onkeln auch die gesamte Hausbar mit.
Beim Familientreffen in Tignes konnte sogar die Merkur-Tante (nach intensiver Überredungsarbeit!!!!) dazu bekehrt werden, auf ihren allabendlichen Früchtetee zu verzichten und stattdessen den einen oder anderen andächtigen Schluck aus der „Diesus“-Flasche zu nehmen - „Halleluja Schwester!“ Bruder Nofi, der auch auf dem Familientreffen erschienen war, konnte sich hingegen mehr für Gummibärlis (Red Bull + Wodka, in dem das eine oder andere Gummibärli bereits ersoffen drinnenliegt) erwärmen - wahrscheinlich war es doch die akute Sorge um seine Gelenke, die durch die Gelatine in den Gummibärlis gestärkt werden sollten. Gerade Bruder Nofi ist ja immer sehr besorgt um die Gesundheit, schließlich findet er sich regelmäßig nach dem Snowboarden zur Einnahme von Elektrolyten im Gesundheitszentrum “Wobbly Rabbit“ ein.
Aber die Siemens-Onkel und Tanten ernähren sich nicht nur von Bier, Wein, Schnaps und Gummibärlis, nein, es gibt auch feste Nahrung. (Besonders Onkel Gerd verwöhnt die ganze Familie immer wieder mit wahren Gaumenfreuden.) Als feste Nahrung sind uns die „Fischbretter“ auch noch nach Jahren in lieber Erinnerung: Großzügige Hochrechnungen im Wobbly Rabbit ergaben, daß für die neunköpfige Siemens / Merkur-Familie so an die 57 Fischstäbchen zubereitet werden müßten. Ja, aber wir hatten mit Fischstäbchen im Iglo-Format gerechnet - und nicht mit den Brettern im Format 10x15cm, die schlußendlich in unserer Pfanne landeten. Wir aßen, aßen, aßen, bis uns die Panier aus den Ohren staubte! Zum Glück nahm Nofi noch unsere Einladung zu Fischbrettern an (nach dem reichlichen Abendessen in seinem eigenen Appartement) - und erstaunte uns alle mit seinem kräftigen Appetit! Wohl bekomm's!
Es waren einmal.... ein waschechter Föübocher und sein Söüchwiaschtl
Ein waschechter Steirer aus Föübooch gabelte einmal beim Liftfahren einen blonden, langbeinigen, französischen Hasen (der auch etwas Englisch sprechen konnte... ja, ja, Kinder, im Märchen ist vieles möglich!) auf, den er mit zur mittäglichen Jause mit all den anderen Steirern (und Tirolern und sonst noch was...) mitbringt. (Nein, natürlich wollte er den Hasen nicht zur Jause auffressen..... höchstens vielleicht ein bißchen vernaschen - aber das wissen wir natürlich nicht!) Der großherzige Föübocher will sogar seine aus der Steiermark mitgebrachte Jause mit dem Hasen teilen. Um dem Hasen das Wasser im Mund zusammenrinnen zu lassen, erklärt der Föübocher dem Hasen:
„Now I will show you my Söüchwiaschtl“.
Der Hase fragt verwundert:
„Sö... what? What's that?“
(Der Hase ist zwar des Englischen kundig, aber der kräftige Föübocher Zungenschlag ist ihm nicht geläufig).
Daraufhin fängt der Föübocher an, eifrig unter seinem Schianorak in der Hose zu kramen (erraten - natürlich sucht er sein Bauchtascherl, wo sich das angesprochene Selchwürstl befindet!)
Der Hase schaut etwas scheu:
„What are you looking for?“
Der Föübocher erklärt:
„My Söüchwiaschtl - It's a kind of sausage.“
Der Hase muß irgendetwas falsch verstanden haben - jedenfalls ist er daraufhin eilends davongehoppelt und ward nie mehr gesehen. Auch die von unserem besorgten Föübocher nachgeschickte Erklärung
„You can cut it with the Taschnfeitl“
half da nichts mehr.
Naja, wen wunderts? Wie sollen sich auch ein langbeiniger, französischer, englischsprechender Hase und ein kerniger Steirer mit unverfälschtem Föübocher Zungenschlag verstehen?! Oder liegt's daran, daß Hasen von Natur aus Vegetarier sind und daher gar nicht an Würstln aller Art interessiert sind?
(Diese Geschichte ist ja eigentlich schon viele, viele Jahre her! Heutzutage gibt's wahrscheinlich keine blonden, langbeinigen Hasen in Frankreich mehr - sonst hätten die tollen Jäger, die uns in diesem Jahr nach Frankreich begleitet haben, bei ihrer emsigen, abendlichen Hasenjagd durch die Bars von Tignes sicherlich etwas mehr Erfolg gehabt!)
Das war's für heute, liebe Kinder! Sämtliche dieser Geschichten stammen aus dem Märchenland und haben (fast) keinen Bezug zu unseren Fahrten nach Frankreich. In Wahrheit wird in Tignes von früh bis spät nur Schigefahren oder auf dem Snowboard gesurft - deswegen fahren wir ja auch hin! Für Spaß haben wir da keine Zeit mehr! (Oder war das jetzt das Märchen?)
Liebe Grüße,
Eure Märchentante, 21.04.2001