Zitate aus dem Buschenschank No. 520

Wie im Bericht schon erwähnt, war das Leben im 8er-Appartement ein recht vergnügliches. Es war immer etwas los (nicht nur in den Feuchträumen). So kam es auch, dass einige Ansagen geliefert wurden, von denen es einfach wert war, diese festzuhalten. Speziell Gunther, der Hartberger, lehrte uns, dass wir noch lange nicht der deutschen Sprache mächtig sind. Da ist noch gehörig Vokabel lernen notwendig, um auch auf Hartberger Dächern (und nicht nur dort) mitreden zu können. Aber auch andere "Fachausdrücke" waren - zumindest für Nofi - neu!

Einige Proben gefällig ?

1. Sonntag, nach dem ersten Skitag. Es ist nicht leicht, einen Blick ins Badezimmer zu werfen (wegen dem Dauerbetrieb). Aber gerade in dieser Sekunde scheint niemand drinnen zu sein

Zitat (Reini):Übersetzung:
I geh jiatzt obodn!Ich gehe jetzt ins Badezimmer, um zu duschen!

2. Fritzi aus dem Appartement 608 kommt wieder einmal heimlich zum Rauchen (für ihre Zimmerkollegen hat sie offiziell zum Rauchen aufgehört). Gern greift sie auf Gunthers Angebot zurück, eine Zigarette bei ihm zu schnorren. Gleichzeitig kommt sie aber nicht darum herum, eine von Gunters hochprozentigen Kostproben zu testen. Da im Appartement (=Buschenschank-Gaststube) Rauchverbot besteht, gibt Gunter Fritzi einen Tip: Zur Auswahl stehen der Balkon oder das WC. Trotz Kälte am Balkon, vermutet Gunther aber, dass bei der intensiven Nutzung des WCs im 8er-Appartement Fritzi die Wahl schon getroffen hat.

Zitat (Gunther):Übersetzung:
I tat da den Balkon empfön. Wonnst wüst, konst auf de Schußhitt'n a geh! Oba nua, wonst Dei Leb'n riskian wüst, wei da Boila hot sie scho wida bogn!!! Besser ist es, wenn Du mit mir auf den Balkon zum Rauchen mitgehst. Wenn Du aber willst, Fritzi, kannst Du auch auf das WC gehen. Doch Burgis Duftente schafft bei 8 Personen seine Aufgabe nicht mehr und die Luft ist schon etwas schlecht. So ein Boiler hat es im übrigen auch schwer, der ist fix montiert und kann das WC ja gar nie verlassen.

3. Sonntag, 4.3. in der Nacht:. Alle schlafen schon mehr oder weniger lange. Doch auf einmal um 03:00 Uhr früh wollen Lois und Reini gerade aufs WC, Nofi putzt sich gerade im Badezimmer die Zähne. Alle haben gehofft, mitten in der Nacht alleine zu sein, da man zu normalen Tageszeiten immer mit Wartezeiten rechnen mußte.

Zitat (Gunther, in der Früh):Übersetzung:
Heit in da Nocht hots oba wida an Stau in de Feuchträume geb'n!Heute in der Nacht um ca. 03:00 Uhr bin ich munter geworden, da habe ich in Bad und WC plötzlich mehrere Stimmen gehört. Was war da los?

4. Wegen der hochalpinen Lage von Val Thorens (der "Talort" liegt auf 2.350m, das Skigebiet geht bis auf 3.300m) ist aufgrund der starken UV-Strahlung die Gefahr von Fieberblasen gegeben.

Zitat (Gunther, der gerade an seinem Glas Whiskey nippt):Übersetzung:
De Saulipp'n kumt scho wida!Ich bin beim Skiurlaub ziemlich anfällig für Fieberblasen, am Anfang spürt man nur ein kleines Kitzeln. Ich glaube, bei mir ist es schon wieder so weit!

5. Meist wurden wir in der Buschenschank von Burgis hervorragenden Gerichten verwöhnt. Verhungern mußte in dieser Woche wirklich niemand (auch Nofi nicht), geschmeckt hat es allen ausgezeichnet. Trotzdem gab es auch kleinere Probleme.

Zitat (Gunther, nach dem hervorragenden Putengeschnetzelten):Übersetzung:
Hom ma Maulbohra a do?Reini, kannst Du bitte mal schauen, ob es Zahnstocher gibt?

6. Auch 2 Mediziner waren mit von der Partie, Manfred, der Routinier und Geländespezialist und Peter, der heuer erstmals dabei war. Beide wohnten im Appartement 608 (wie Fritzi). Nachdem dort bereits alle schlafen gegangen sind, verspürt Manfred noch Lust auf einen Drink. Er schaut im App. 520 bei der Tür rein. Doch dort scheint ausnahmsweise auch die Sperrstunde (23 Uhr) eingehalten zu werden.

Manfred muss unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Zitat (Gunther, bereits im Bett liegend):Übersetzung:
Da Dokta wü kuma, oba de Busch'n'schank is scho zua!Bei uns im Appartement sind auch schon alle schlafen gegangen. Zum Drinken gibt es noch genug, heute aber nicht mehr. Du kannst morgen wieder vorbei kommen.

7. Im Appartement wohnen einige begeisterte Motorradfahrer, manchmal am Abend wird fachgesimpelt. Gunther hat vor kurzem sein Motorrad verkauft (500ccm, Enduro) und eine Straßenmaschine angeschafft. Er vermutet, dass auch der neue Besitzer nur eine Saison damit fahren wird.

Zitat (Gunther):Übersetzung:
Den Groshupfa foahrt koana long! Des is wia a Spüzeig!Die Enduromaschine ist recht lustig zu fahren, weil sie so leicht und geländegängig ist. Aber relativ bald hat man auch den Wunsch nach einer stärkeren Maschine.

8. Lois trinkt am Abend gerne einen Whiskey. Er und Gunther haben ein paar Spezialitäten mit. Nach 2 schlimmen Tagen mit einer Augeninfektion (dabei saß er mit der Gletscherbrille beim Frühstück) scheint es Lois wieder besser zu gehen. Er fragt bei Gunther an, ob er aus seiner Flasche noch ein Glas einschenken kann.

Zitat (Gunther):Übersetzung:
Nimm nua, nimm! Nimm so laung, wiast wüst. Du muasst nua aufpassn, dass des Aungliacht ned valiast.Ich habe noch genug Whiskey, Du kannst gerne einen nehmen! Der ist aber so stark, dass das möglicherweise nicht gut für Deine Augeninfektion ist.

9. An einem wunderbaren Tag mit herrlichem Wetter und lockerem Pulverschnee haben wir nach 5 Stunden schon etliche Höhenmeter im unverspurten Gelände zurückgelegt. Nofi kündigt an, dass mit der Tour "Pierre Lory" aber der Höhepunkt erst noch bevor steht:

Zitat (Reini):Übersetzung:
Es wiad eh scho hechste Zeit, dass endli da Höhepunkt kumt! Denn i foahr scho seit 5 Stund mit an Stenda umadum!Heute haben wir in 5 Stunden bereits soviele schöne Abfahrten gemacht, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass da eine noch schönere kommen soll!

10. Günther und Gunther stehen nach dem Essen am Balkon, um eine Zigarette zu rauchen und noch andere Dinge zu ereldigen. Plötzlich dringt ein ziemlich lautes Geräusch (im Fachjargon "Fax" genannt) durch die geschlossene Balkontür ins Appartement herein. Da geht Reini zur Balkontür und schreit zu den beiden hinaus:

Zitat (Reini):Übersetzung:
Geh, kinnts net a Papier ins Fax einspauna, damit's wida besser funktioniert und ned so laut krocht.Es ist zwar super, dass ihr zum Auslüften auf den Balkon gegangen seid. Vielleicht geht es aber doch noch etwas leiser.

11. In den ersten Tagen war der (Rot-)Weinverbrauch im Buschenschank enorm. Trotz größerer Vorräte - angeschafft durch Günther -, machen sich die Leute zunehmend Sorgen um den Rest der Woche. Tagsüber im Sessellift stellt Reini eine Hochrechnung über die Weinreserven an.

Zitat (Reini):Übersetzung:
Dass des gibt, dass am End' vom Wein nu so vü Wochn üba sei kon.Es ist unglaublich, wie unsere Weinvorräte schrumpfen. Jetzt sind wir erst in der Mitte der Woche und der Großteil der Flaschen ist bereits weg?

12. Die 3 Hartberger in der Buschenschank Lois, Gunther und Toni kennen einander schon lange und sind für die Woche gut gerüstet erschienen. Speziell Lois entpuppt sich am Ski- und Wachssektor als Materialspezialist. Trotzdem ist Lois bei seinen Kollegen etwas aufgefallen, was er uns in der Mitte der Woche mitteilt.

Zitat (Lois):Übersetzung:
Es hot zwoa Sochn geb'n, die den Gunther und den Toni beim Einsteig'n in den Bus übaroscht hom:
Da Stöckl-Ski von mia und da Guaktola Likör von da Burgi!
Gunther und Toni kann man normal nicht mehr überraschen. Doch dass ich mit einem Stöckl-Ski auftauche, das hätten sich die beiden nicht gedacht. Und dass die Burgi jeden Abend einen Gurktaler Likör für die Verdauung trinkt, dass haben sie auch noch nicht gesehen.

13. Zu fortgeschrittener Stunde - also weit nach der offiziellen Sperrstunde - erzählt jemand in der Buschenschank einen Witz:

Witz (Wer, konnte leider nicht mehr eruiert werden...):Übersetzung:
Wos is da Untaschied zwischen ana Hochzeitsnocht und dem Ziagn von an Zohn?

Beim Zohnziagn bist froh, waun a endli heraussn is.

Und in da Hochzeitsnocht ...........
..... no gonz anfoch: Do bist froh, waunst ned Zohnweh host.
Da nicht ganz jugendfrei, wird auf die Übersetzung verzichtet!

14. Michi fährt mit ein paar Kollegen aus der Buschenschank gerade am Sessellift. Der vergangene Abend war etwas intensiver. Die Sperrstunde wurde kräftig überzogen und etliche Flaschen Rotwein wurden geköpft. Auf einmal fragt Michi seine Kollegen:

Zitat (Michi):Übersetzung:
Is eigentli gestern wer von uns Porzellan-Bus gfoan?Erst nach einigem Nachdenken konnten wir diese Frage übersetzen:
Hat gestern abend eigentlich jemand so viel getrunken, dass ihm übel wurde und die Toilette aufsuchen musste. In ganz schlimmen Fällen kann es ja dann vorkommen, das jemand mit beiden Armen die Clomuschel umarmen muß. Das schaut dann aus, wie wenn einer ein großes Lenkrad hält?

 

Weiters gibt es auch einen Bericht über die Woche in Val Thorens, sowie etliche Fotos.


Nofi Groiss
letzte Änderung: 17.03.2001 18:57